Die Zwillinge in Ihrer Sprachentwicklung und 15 mögliche Fragen sie noch mehr herauszufordern

Hejsan,

Es fühlt sich fast wie eine Ewigkeit an, als ich das letzte mal etwas von der Entwicklung der Zwillinge geschrieben habe. Es passiert so unglaublich viel und manches einfach schleichend. Wir sehen immer öfter unser Spiegelbild in Ihnen, was mir persönlich überhaupt nicht gefällt. Vor drei Monaten noch haben sie uns bis an unsere Grenzen getestet, was ich teilweise unglaublich interessant, aber auch anstrengend fand.

Sätze und Wörter wie: Was machst du da? Schaaade! Oder, das ist nicht schlimm Mama! Noch einmal! Aber Nein, Lieber nicht! Aber der kan inte prata (aber der kam nicht sprechen)! Niemals! Nun redet …. ! Du hörst nicht! Hörte und höre ich immer und immer wieder. Und manchmal ist es eben doch schlimm, wenn zum Beispiel der Joghurtinhalt auf dem Tisch als Salbmittel verwendet wird, wieder mit der Gabel dem Tisch mitwissend ein großer Kratzer zur Verzierung auferlegt wurde, die Malstifte plötzlich für handgemachte einfache Kindertätowierungen als Schönheitselement auf die Haut mühevoll aufgetragen worden und ich wieder genau die zwei Minuten des Geschehens verpasst habe. Aber das lustige ist, die Zwillinge kommen mir zuvor. Bevor ich etwas sagen kann, haben sie es bereits ausgesprochen. Mama, Mama das ist nicht schlimm!

Aber auch neue Wortkreationen wie Wurstfisch, Eisjoghurt, Loppga loppga = lopp ga lopp ga = Galopp, Wolkenfeuer von J.O. für einen eventuell kommenden Regen, Guten-Morgen-Zeit von Phia als Gegensatz zu Schlafenszeit. 

Es ist schön wie sie Gegensätze, zu immer wiederkehrenden Handlungen, in ihrer Kindlichkeit und ihren Worten selbst erfinden und ihr ganz persönliches Wort kreieren. Oder ihre Fantasie durch ein Farbenspiel oder Formspiel (z.B. am Himmel, oder die Form einer Wurst) angeregt wird. 

Bei mir entsteht sofort ein klares Bild im Kopf und meine Fantasie beginnt sich zu formen, wunderbares Gefühl. Ist dass die unbewusste Entstehung einer Metapher oder sogar Allegorie. Ich muss noch mehr solcher unglaublicher (in die Fantasie eingreifende) Wörter aufgreifen. Das tut mir gut, es bringt mein Ideen-Rat zum Rollen.

Papa ist ein Waschlappen, dass wiederum sind Wortspiele welche uns zum schmunzeln und lachen bringen. 

In den letzten sieben Wochen haben sie wiedermal einen riesigen sprachlichen Sprung gemacht. Jedes Jahr wenn wir nach Deutschland fahren und mehr Menschen, außer Mama und Papa, um sie herum auch deutsch sprechen, bekommen sie einen sprachlichen Schub. Und jetzt können wir unglaublich schöne, kleine, kindliche, aber reizvolle Gespräche führen.

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Eigentlich dachte ich auch darüber nach, einen kleinen Rückblick über unseren unglaublich langen Urlaub zu schreiben, dabei jedoch merkte ich das es nicht wirklich viel zu berichten gibt. Es war unglaublich erholsamer Urlaub und wir hatten endlich mal wieder Zeit mit der Familie (und somit das wichtigste Band zusammenzuhalten). Wir haben wieder gelernt das wir als Familie eine größere Rolle spielen und das es Einsam ist, wenn ein Glied fehlt und der Kreis nicht geschlossen werden kann. Wir haben die Zeit zusammen in vollen Zügen genossen und schätzen gelernt. Wir haben in den 7 Wochen wieder voneinander gelernt, wir haben viele fragen gestellt und geredet, wünsche geäußert und das wichtigste wir haben uns gesehen und gehört und wir waren einfach wieder mehr für einander da.

Bevor uns der Alltag jedoch wieder einholt, habe ich mich mit ein paar Fragen beschäftigt, speziell für meine Kinder, aber auch für meinem liebsten (insofern er antworten möchte :-)). Ich störe mich schon so lange an der Frage: Wie war dein Tag? Oder die Frage: Was habt ihr heut im Kindergarten gemacht? Dabei weiß ich die Antwort indirekt schon, keiner nimmt sich wirklich richtig Zeit zu antworten. Sie antworten fast immer mit den gleichen Worten, dabei haben unsere Kinder einen so großen sprachlichen Sprung gemacht. Dennoch sind es immer die gleichen Antworten immer die gleichen Kinder waren böse und es gab meistens Kartoffeln und Nudeln zum Essen. ABER! Wo ist die Beilage und gab es keine Soße? Das Kind welches Böse gewesen sein soll, gibt es doch gar nicht mehr bei euch in der Gruppe, oder? Bei genauem nachfragen im Kindergarten wird die Antwort nicht immer bestätigt und dann wundere ich mich. Was mache ich nur Falsch? Durch Zufall fand ich auf dieser Seite >HIER< eine Lösung und entdeckte, dass es anscheinend an meiner Fragestellung liegen könnte. Sind meine Kinder einer Art Antwortschema verfallen? Warum ist immer der selbe Junge Böse und warum gibt es immer Kartoffeln und Nudeln gleichzeitig? Dabei würde ich sehr gern wissen welches Essen sie im Kindergarten favorisieren.

Da war ER, der Grund ein paar Fragen zu übernehmen und zu überlegen.

Hier sind die Fragen die ich in Zukunft womöglich in unregelmässiger Reihenfolge und Abständen stellen werde. Für Schulkinder könnt ihr euch bei parent.co noch inspiration holen.

  1. Was habt ihr als erstes gemacht nachdem Mama und Papa weg waren?

  2. Wenn du ein Keks bekommen würdest mit wem würdest du es heute teilen?

  3. Was hast du heute für jemanden anderen super nettes getan? Oder hast du jemanden geholfen?

  4. War jemand super nett zu dir oder hat dir jemand geholfen?

  5. Was hat dich heute zum lachen gebracht?

  6. Was gab es zum Mittagessen?

  7. Welche Farbe hatte das Gemüse?

  8. Was war heute besonders anstrengend oder schwer für dich?

  9. Wer hat heute alles nach dem Mittagessen geschlafen?

  10. Was war das lustigste was du heute gesehen hast?

  11. Habt ihr heute etwas besonderes gespielt?

  12. Hat dich heute jemand geärgert?

  13. Was war besonders anstrengend für dich?

  14. In welchem Teil vom Kindergarten hast du heute am meisten gespielt.

  15. War heute irgend jemand Frech im Kindergarten? Und zu wem?

Wie gestaltet ihr eure Fragen und habt ihr ein paar schöne Ideen eure Kinder zum Reden zu animieren. Ich versuche viel herauszufinden, wenn wir vom Kindergarten nach Hause laufen oder spätestens wenn wir beim Abendessen alle zusammen sitzen, kommen unzählige Fragen von mir. Eigentlich würde ich manchmal gern jeden mindestens 15 minuten Aufmerksamkeit, ohne dem anderen Zwilling, schenken, denn dann ist der Informationsfluss auch wieder ein anderer und die Konzentration liegt nur bei einem Zwilling. Zusammen verdrehen sie doch gelegentlich Geschehnisse und Tage und wir wissen eigentlich gar nicht genau ob das alles stimmt, was sie uns erzählen. Toll ist zu sehen was bei den Zwillingen einen großen Raum einnimmt, beispielsweise Freunde im Kindergarten, Farben, Kleidung, Gemeinheiten und natürlich ihr Zwilling. Ich bin gespannt auf eure Ideen und Erkenntnisse. Schreibt mir gern wie ihr an eure Informationen kommt.

Ha det så bra!

Vivo

Schnittmuster:

Kleid: von Firlefanz „Gänseblümchen“

Shirt: von Schnabelina „Trotzkopf“ mit veränderungen – Freebook

Shirt von Papa: Burda 6602

Stoffe: Tygverket, Stoffladen Lippstadt – von Papa ausgewählt

verlinkt bei: Montagsfreuden, Creadiestag, Hot, Freebook Friday, Made4boys, Kidikram, Made4girls , meertje

6 thoughts on “Die Zwillinge in Ihrer Sprachentwicklung und 15 mögliche Fragen sie noch mehr herauszufordern

  1. Mich fragte einmal der Kinderarzt bei einer Vorsorgeuntersuchung ob Sohnemann (damals knapp 4) eigentlich schon ganze Sätze sprechen könnte. Ich fiel aus allen Wolken, Doktor hatte Bedenken ob seiner Entwicklung, bezweifelte mein „alles ok, er ist ab und an etwas schwierig“, fragte mich ob der Bursche denn in Drei-Wort-Sätzen sprechen könnte um ihm dann die Frage zu stellen: „Sag mal „Schiff“.
    Es begann mit „Schiff! Hast du mal ein großes Schiff gesehen? Ein ganz großes, wie die Peter Pan? …“ Sohnemann spulte den ganzen Urlaub ab, von der Überfahrt nach Schweden, der Fahrt nach Öland, erklärte seinen Wortschatz, dass persil dort kein Waschmittel ist usw. … Der Kinderarzt fragte mich, wie man den Kurzen abstellen kann. Ich zuckte mit den Achseln, er hatte angefangen, sollte er doch den Ausschalter finden. 😉
    War eine kleine Anekdote mit der ich einfach nur erklären möchte, mach Dir nicht allzu viel Kopf darüber wie Du Dein Kind empfängst wenn es nachhause kommt.
    Manche reden wie Wasserfälle, andere erst einmal gar nichts.
    Ich habe meine Kinder meist zuerst mit „wie war’s“ oder ähnlichem begrüßt und nicht darüber nachgedacht ob das pädagogisch wertvoll ist.
    Die zweite Frage: „Hast Du Hunger und was kochen wir uns heute?“ war eindeutig kommunikativer. Beim gemeinsamen Schnippeln, Rühren, Kochen, Tisch decken und Essen kamen so ganz nebenbei die Inhalte des Tages, oder Vortages, oder Vor-Vortages heraus. Manches braucht eben so seine Zeit.

    Köstlich die Geschichte mit dem Joghurt als Salbmittel. Solche Erfahrungen gehören einfach dazu, wie der Liter gutes Olivenöl zum Ölen einer 10 cm langen Kunststofflokomotive bei meinen Kindern.
    Viele Grüße,
    Karin

    1. Vivo la vita

      Niedliche Anekdote 😄! Das mit den pädagogisch wertvollen Dingen klappt bei uns auch nicht immer zu 100% obwohl ich mir schon Mühe gebe die Kleinen zu verstehen und bestmöglich aufs Leben vorzubereiten. Kochen ist in der Tat auch bei uns sehr beliebt, hier habe ich es jedoch momentan noch ein bisschen schwer mich auf ein Gespräch mit den beiden zu konzentrieren, da ich mich hier darauf konzentriere das beide was zu tun haben uns sich nicht dabei verletzten. Sie können ja schon alles nur in der Umsetzung hapert es ein bisschen 😉. Eigentlich mache ich mir auch nicht allzu viel Kopf was das allerbeste für die Kleinen ist. Sie werden gross, so wie ich auch und viele vor mir, aber Gedanken mache ich mit immer sehr gern.
      Das mit Faserstiften und den handgemalten Gemälde auf der Haut war aber auch sehr köstlich, das sie das sogar am nächsten Tag noch im Kindergarten zeigen durften 😂. Es ist immer am lustigsten wenn es geschehen ist, aber der Moment des Geschehens lässt einem graue Haare wachsen. Herzlich Vivo

  2. Hej,
    das mit „Wie war es heute in der Schule“ ? kenne ich auch nur zu gut, das mit der Fragerei und eine vernünftige antwort hab ich auch noch nicht darauf erhalten :0) dann kommt immer: ja, ganz ok. oder blöd….immer sehr einsilbig auf jeden fall. das mit den anderen fragen werde ich mal ausprobieren, das klingt für mich doch recht schlüssig. deine zwillinge entwickeln sich ja richtig toll, es ist schön, das sie zweisprachig aufwachsen dürfen. ganz LG aus Dänemark, Ulrike :0)

    1. Vivo la vita

      Schön das ich inspirieren könnte. Wäre schön zu erfahren wer der Außerirdische in der Klasse sein durfte. Zweisprachig ist wirklich gut, aber das ist doch bei euch vermutlich auch so? Sie Lachen immer wenn ich schwedisch spreche, weil sie das nicht gewöhnt sind. Und wollen dann das ich wieder aufhöre, vermutlich klingt das für die total komisch. Die Melodie ist vermutlich nicht die selbe. Ich muss dann immer mitlachen. Danke! Herzlich Vivo

  3. Liebe vivo,

    das mit den immer gleichen Fragen und Antworten kenne ich auch. Und bei und im kiga schmeckt es nie und es gibt immer nur Kartoffeln und Nudeln…

    Neulich bin ich schon mal auf so eine Liste mit Hilfsfragen gestoßen. Meine Lieblingsfrage ist jetzt: hast du heute jemand beim Popeln erwischt?

    Das finden die Kinder total witzig und man ist gleich im Gespräch :).

    Bei uns gibts auch Kinder, die es immer gewesen sind, wenn irgendwas kaputt gegangen ist. Auch, wenn sie gar nicht da waren. Manchmal frage ich mich, ob hier schon Mobbing entsteht?

    Ich wünsche dir alles Gute nach Schweden!

    Lieber Gruß,
    Sonja

    1. Vivo la vita

      Gute Frage das mit dem Mobbing!
      Dem sollte ich gleich mal auf den Grund gehen.

      Die Frage mit dem Popel ist niedlich, die Greif ich bei Gelegenheit mal auf.
      Danke!
      Herzlichst Vivo

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